Alle:
Kommt! Reißt nieder.
Sie stürzen sich von allen Seiten auf den Bau.
Walther Fürst:
Es ist im Lauf. Ich kann sie nicht mehr halten.
Melchtal und Baumgarten kommen.
Melchtal:
Was? Steht die Burg noch und Schloss Sarnen liegt
In Asche und der Rossberg ist gebrochen?
Walther Fürst:
Seid Ihr es Melchtal? Bringt Ihr uns die Freiheit?
Sagt! Sind die Lande alle rein vom Feind?
Melchtal umarmt ihn:
Rein ist der Boden. Freut Euch, alter Vater!
In diesem Augenblicke, da wir reden,
Ist kein Tyrann mehr in der Schweizer Land.
Walther Fürst:
O sprecht, wie wurdet ihr der Burgen mächtig?
Melchtal:
Der Rudenz war es, der das Sarner Schloss
Mit männlich kühner Wagetat gewann,
Den Rossberg hatt' ich nachts zuvor erstiegen.
- Doch höret, was geschah. Als wir das Schloss
Vom Feind geleert, nun freudig angezündet,
Die Flamme prasselnd schon zum Himmel schlug,
Da stürzt der Diethelm, Gesslers Bub, hervor,
Und ruft, dass die Bruneckerin verbrenne.
Walther Fürst:
Gerechter Gott!
Man hört die Balken des Gerüstes stürzen.
Melchtal:
Sie war es selbst, war heimlich
Hier eingeschlossen auf des Vogts Geheiß.
Rasend erhub sich Rudenz - denn wir hörten
Die Balken schon, die festen Pfosten stürzen,
Und aus dem Rauch hervor den Jammerruf
- Der Unglückseligen.
Walther Fürst:
Sie ist gerettet?
Melchtal:
Da galt Geschwindsein und Entschlossenheit!
- Wär er nur unser Edelmann gewesen,
Wir hätten unser Leben wohl geliebt,
Doch er war unser Eidgenoss und Berta
Ehrte das Volk - So setzten wir getrost
Das Leben dran, und stürzten in das Feuer.
Walther Fürst:
Sie ist gerettet?
Melchtal:
Sie ist's. Rudenz und ich,
Wir trugen sie selbander aus den Flammen,
Und hinter uns fiel krachend das Gebälk.
- Und jetzt, als sie gerettet sich erkannte,
Die Augen aufschlug zu dem Himmelslicht,
Jetzt stürzte mir der Freiherr an das Herz,
Und schweigend ward ein Bündnis jetzt beschworen,
Das fest gehärtet in des Feuers Glut
Bestehen wird in allen Schicksalsproben -
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