Eine eingeschlossene wilde Waldgegend, Staubbäche stürzen von den Felsen.
Berta im Jagdkleid. Gleich darauf Rudenz.
Berta:
Er folgt mir. Endlich kann ich mich erklären.
Rudenz tritt rasch ein:
Fräulein, jetzt endlich find ich Euch allein,
Abgründe schliessen rings umher uns ein,
In dieser Wildnis fürcht ich keine Zeugen,
Vom Herzen wälz ich dieses lange Schweigen -
Berta:
Seid ihr gewiss, dass uns die Jagd nicht folgt?
Rudenz:
Die Jagd ist dort hinaus - Jetzt oder nie!
Ich muss den teuren Augenblick ergreifen -
Entschieden sehen muss ich mein Geschick,
Und sollt es mich auf ewig von Euch scheiden.
- O waffnet Eure güt'gen Blicke nicht
Mit dieser finstern Strenge - Wer bin ich,
Dass ich den kühnen Wunsch zu Euch erhebe?
Mich hat der Ruhm noch nicht genannt, ich darf
Mich in die Reih nicht stellen mit den Rittern,
Die siegberühmt und glänzend Euch umwerben.
Nichts hab ich als mein Herz voll Treu und Liebe -
Berta ernst und streng:
Dürft Ihr von Liebe reden und von Treue,
Der treulos wird an seinen nächsten Pflichten?
Rudenz tritt zurück.
Der Sklave Österreichs, der sich dem Fremdling
Verkauft, dem Unterdrücker seines Volks?
Rudenz:
Von Euch, mein Fräulein, hör ich diesen Vorwurf?
Wen such ich denn, als Euch auf jener Seite?
Berta:
Mich denkt Ihr auf der Seite des Verrats
Zu finden? Eher wollt ich meine Hand
Dem Gessler selbst, dem Unterdrücker schenken,
Als dem naturvergessnen Sohn der Schweiz,
Der sich zu seinem Werkzeug machen kann!
Rudenz:
O Gott, was muss ich hören!
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