Gesellen:
Kein Ehrenmann wird sich der Schmach bequemen.
Meister Steinmetz:
Kommt, lasst uns mit den andern Abred nehmen.
Sie gehen nach der Tiefe.
Tell zum Stauffacher:
Ihr wisset nun Bescheid. Lebt wohl, Herr Werner!
Stauffacher:
Wo wollt ihr hin? O eilt nicht so von dannen.
Tell:
Mein Haus entbehrt des Vaters. Lebet wohl.
Stauffacher:
Mir ist das Herz so voll, mit Euch zu reden.
Tell:
Das schwere Herz wird nicht durch Worte leicht.
Stauffacher:
Doch könnten Worte uns zu Taten führen.
Tell:
Die einz'ge Tat ist jetzt Geduld und Schweigen.
Stauffacher:
Soll man ertragen, was unleidlich ist?
Tell:
Die schnellen Herrscher sind's, die kurz regieren.
- Wenn sich der Föhn erhebt aus seinen Schlünden,
Löscht man die Feuer aus, die Schiffe suchen
Eilends den Hafen, und der mächt'ge Geist
Geht ohne Schaden, spurlos, über die Erde.
Ein jeder lebe still bei sich daheim,
Dem Friedlichen gewährt man gern den Frieden.
Stauffacher:
Meint ihr?
Tell:
Die Schlange sticht nicht ungereizt.
Sie werden endlich doch von selbst ermüden,
Wenn sie die Lande ruhig bleiben sehn.
Stauffacher:
Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden.
Tell:
Beim Schiffbruch hilft der einzelne sich leichter.
Stauffacher:
So kalt verlasst ihr die gemeine Sache?
Tell:
Ein jeder zählt nur sicher auf sich selbst.
Stauffacher:
Verbunden werden auch die Schwachen mächtig.
Tell:
Der Starke ist am mächtigsten allein.
Stauffacher:
So kann das Vaterland auf Euch nicht zählen,
Wenn es verzweiflungsvoll zur Notwehr greift?
Tell gibt ihm die Hand:
Der Tell holt ein verlornes Lamm vom Abgrund,
Und sollte seinen Freunden sich entziehen?
Doch was ihr tut, lasst mich aus eurem Rat,
Ich kann nicht lange prüfen oder wählen,
Bedürft ihr meiner zu bestimmter Tat,
Dann ruft den Tell, es soll an mir nicht fehlen.
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